Ein neues Kapitel

Seit 35 Jahren bin ich Hausfrau und Mutter mit Leib und Seele. Eigentlich war ich damit immer ganz zufrieden, noch dazu, seit ich ehrenamtlich  als Stillberaterin tätig bin. Etwas zu ändern kam mir nicht in den Sinn. Warum auch?

Allerdings hatte ich in den letzten Monaten immer einmal das Gefühl: „Das war es nun, was hat das Leben nun noch viel zu bieten?“ Mein Jüngster beginnt im Sommer mit der Sekundarstufe 2, nicht mehr lange und er ist auch nicht mehr zu Hause. Da war schon ein wenig Wehmut. Aber trotz Allem waren meine Tage voll gefüllt mit Allerlei. Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, mir einen Job zu suchen. Im Gegenteil, ich sagte immer: „Wenn Gott der Meinung ist, dass ich wieder arbeiten gehen soll, dann muss er mir schon einen Job nach Hause bringen.“  Kurz, dieser Gedanke lag mir sehr fern.

Bis vor einigen Wochen meine Freundin mich fragte, ob sie nicht mal auf einen Tee vorbei  kommen könnte.

Na gerne, ich mag sie und den Austausch mit ihr!

An meinem Küchentisch fragte sie mich dann, ob ich mir vorstellen könnte, wieder zu arbeiten. Als medizinische Fachangestellte in der Arztpraxis in der sie arbeitet.

Na da war ich schon etwas geplättet. Damit hatte ich nie und nimmer gerechnet. Aber je länger ich darüber nach dachte, umso besser gefiel mir der Gedanke. Und dann musste ich lachen: Was hatte ich immer behauptet? Daß Mir jemand einen Job nach Hause tragen müsste… Na wenn das kein Fingerzeig aus dem Himmel wäre! Also bewarb ich mich… und bekam den Job.

Vor 35 Jahren, bevor ich Mutter geworden bin, arbeitete ich als Krankenschwester in einer Allgemeinarzt-Praxis. Ein wenig ist mir dieses Metier also vertraut, aber in den letzten 35 Jahren hat sich an dieser Stelle auch furchtbar viel geändert. Ich stehe ein wenig hilflos dort herum und merke gerade, wie wenig ich eigentlich kann und weiß.

Und trotzdem: Es macht sagenhaft Freude, wieder im „alten“ Beruf zu arbeiten, mit super netten Kollegen und irgendwie fühlt es sich für mich an wie ein Jungbrunnen. So, als wenn man noch einmal ein ganz neues Kapitel aufschlägt und quasi noch einmal von vorn anfangen darf.

Natürlich hab ich jetzt nicht mehr so viel freie Zeit. Auch für Stillberatungen und Frauenkreise wird jetzt weniger Gelegenheit sein. Aber ich habe eine gute Nachricht für alle Stillmuttis:

Kommt einfach freitags früh um 9.30Uhr nach Glauchau zum Müttercafé in der C-Punkt-FEG. Dort erwartet euch ein Super Team von netten jungen Frauen mit ihren kleinen Kindern und auch etwas reiferen Frauen. Jeden 2. und 4. Freitag im Monat bin ich auch mit dabei und habe da Zeit und Gelegenheit zur Stillberatung.

 

 

One thought on “Ein neues Kapitel”

  1. Liebe Mechthild!
    Endlich mach auch ich mal deinen Block auf und merke dass ich nach dir Sehnsucht habe 😉!
    Ich freue mich sehr wie Gott dich leitet und gebraucht!
    M Freitag bin ich auf der Beerdigung von einer kleinen Amy, die als sehr kleines Frühchen geboren wurde.Und nach der Entlassung nur 2 Tage gelebt hat.
    Ja, ich hoffe dass Gott weiter schenkt , dass wir zu ihm einladen in unserer ganzen Schwachheit.
    Wann hast du mal Zeit?
    Viele liebe Grüße
    Deine Ulrike

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