Die Weihnachtsfreude und der Friede auf Erden…

…fürchtete ich, wird sich dieses Jahr bei mir nicht so richtig einstellen. Wir hatten ziemliche Probleme mit unseren Nachbarn, die sich zu einem Streit ausgeweitet haben. Und das, obwohl wir ja nun überhaupt keinen Streit wollten und erst recht nicht in der Adventszeit.

Es machte mir dieses Jahr überhaupt keine Freude, meine Wohnung adventlich zu schmücken. Und womöglich meine Fensterbilder anzubringen.

Als Fensterbilder für meine drei straßenseitigen Fenster hatte ich seit zwei Jahren einen Bibelvers aus Jesja 9,5 als Anregung verarbeitet und hatte jeweils das Kind in der Krippe gemalt und dazu geschrieben:

„Sein Name ist

-wunderbarer Ratgeber

-ewiger Vater

-starker Gott

-Friedefürst“

Und dann streite ich mich mit den Nachbarn. Kann man da sowas ins Fenster hängen? Hätte ich noch mehr den wunderbaren Ratgeber um Rat fragen sollen? Wäre es da etwa nicht zum Streit gekommen? Oder der starke Gott, warum hat er mich nicht vor diesen Missklängen bewahrt? Ist mein himmlischer (ewiger) Vater nun traurig über mich, wenn ich es nicht mal schaffe, mit meinen Nachbarn Frieden zu halten? Na und wenn ich so groß den Namen des Friedefürsts in mein Fenster hänge, das passt doch nicht wenn man Streit hat.

Andererseits:

Muss man sich als Christ alles gefallen lassen? Sollte man nicht auch seine Grenzen verteidigen? Wer seine eigenen Grenzen nicht achtet und schützt, den gibt es irgendwann nicht mehr.  Aber irgendwie hatte ich keinen rechten Mut, meine Fenster mit diesen Worten zu schmücken. Es war alles fürchterlich verzwickt und ich war sehr unglücklich. Als ich dann feststellte, dass sich meine Fensterbilder über den Sommer miteinander verklebt hatten und eh nicht ohne weiteres anzubringen waren, war ich gleich ganz froh. Also gibt es bei mir dieses Jahr keine Fensterdekoration. Punkt.

Dass es aber keine Freude auf Weihnachten geben soll, das lag mir schwer auf dem Herzen.

Und dann kam mir das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach zu Hilfe.

Wir probten und sangen schon eine Weile um es dann am 4.Advent in Burgstädt aufzuführen und am Samstag vorher in Meerane.

Im zweiten Teil, im Chorus Nr. 21 singt der Chor das Lied der Engel: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“ Da hatte ich ihn wieder, den Frieden! Aber der Herr Bach hat diesen Frieden so wundervoll vertont, dass es mir gleich ganz warm ums Herz wurde: Der Chorus ist in fröhlicher Dur-Tonart gehalten und es geht flott voran mit der Ehre Gottes. Die besangen wir sehr fröhlich um dann im Takt 25 den Frieden in Moll und mit ziemlichen Disharmonien zu besingen. Das klingt ziemlich schräg, so wie mein Verhältnis zu den Nachbarn derzeit, aber trotzdem wunderschön und beruhigend. Das finde ich grandios! Nach fünf Takten in Moll geht es dann sofort sehr fröhlich und flott weiter mit dem Wohlgefallen, den Gott an uns Menschen hat und da verstand ich: Wir leben hier auf der Erde, wo im Moment einfach kein echter Frieden möglich ist. Und Gott kann das ab! Er weiß es und findet es nicht schlimm. ER ist der, der wirklichen Frieden schaffen kann und wird. Und auch der, der uns diesen Frieden in unsere Herzen ausgießen will, egal wie blöd unsere Situation gerade ist. Er hat seine Freude an uns, auch wenn wir das mit dem Frieden auf Erden niemals aus eigener Kraft hinbekommen.

Und das, finde ich, ist das Grandiose an der Weihnachtsbotschaft.

Wer diesen Chorus gern mal anhören möchte, findet ihn hier:

Ich wünsche euch allen noch eine recht schöne Adventszeit und dass die Weihnachtsfreude in eure Herzen einziehen möge, auch wenn ihr gerade in nicht so fröhlichen Situationen steckt.

Eure Mechthild

One thought on “Die Weihnachtsfreude und der Friede auf Erden…”

  1. …und ER heißt WUNDERBAR
    das setze ich einfach mal noch als Ergänzung unter deinen Bibeltext
    aber auch unter deine gesamte Botschaft. Du rundest den wunderbaren Abend mit deinen Worten „wunderbar“ ab.
    Danke, danke, danke sage ich dir nur und wünsche dir und all deinen Lieben eine friedliche und gesegnete Zeit.
    Deine Andrea

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