Wenn du das Baby einmal mit in dein Bett nimmst…

…dann bekommst du es NIIIIEEEE wieder raus!!!

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Mit dieser Drohung werden Millionen von Müttern unsicher gemacht. Dabei ist es am erholsamsten, das Baby nachts einfach mit in das Elternbett zu nehmen. Die Gründe dafür überwiegen nämlich allen Gründen dagegen. 

Das Kind mit im eigenen Bett schlafen zu lassen hilft

  1. dazu, dass die Mutter entspannter schläft, sie muss nämlich nicht immer nach dem Kind lauschen oder schauen, sondern sie hat es nahe bei sich und kann sich ohne viel Mühe davon überzeugen, dass es dem Kind gut geht, dass es weder zu warm, noch zu dünn verpackt ist. Das entspannt die Mutter, wodurch es ihr wieder leichter fällt, genügend Milch zu bilden.
  2. dafür, dass sich die Schlafmuster von Mutter und Kind einander annähern. Das bedeutet: Immer wenn das Kindlein aus dem Tiefschlaf auftaucht (und das passiert sehr oft, da sich das Kleine damit vor solchen schlimmen Dingen wie z.B. SIDS schützt) wird auch die Mama kurz wach. Dadurch wird die Mama nie mehr von einem bitterlich weinenden Kind aus dem Tiefschlaf gerissen und ist Morgens viel erholter. So erholt, als hätte sie durchgeschlafen. Außerdem dient eben diese Anpassung der Schlafmuster auch der Sicherheit des Kindes, man nennt diese Art zu schlafen auch „Ammenschlaf“. Die Mama reagiert auch im Schlaf auf die Bedürfnisse ihres Kindes und die Gefahr, dass sich die Mutter z.B. auf ihr Kind legt, geht gegen null. (solange einige Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden, siehe weiter unten)
  3. auch dafür, dass das Stillen einfacher ist. Die Mama zieht ihr Kind einfach im Halbschlaf an sich heran und stillt es, dabei schlafen beide wieder ein. Wie entspannt!
  4. nicht zuletzt auch dazu, dass das Kind entspannter schläft, denn im Bett der Eltern können es keine Ängste und keine bösen Träume schrecken. Auch dadurch sind die Nächte mit einem Kind ruhiger und geben unter dem Strich letztlich mehr an Schlaf her, als das mit Kind im Kinderzimmer der Fall wäre.

Bliebe noch das Argument, dass das EHE-Bett den Eltern vorbehalten ist um ihre Ehebeziehung zu pflegen. Nun ja, netter Versuch, aber wer sagt denn, dass Paare nur im Bett miteinander Spaß haben können? Die meisten Paare haben heutzutage sicherlich schon viele Plätze und Möglichkeiten entdeckt und ausprobiert, wo sie ganz miteinander allein sein und sich aneinander freuen können.

Hab ich noch ein Argument vergessen, mit dem jungen Eltern gedroht wird, das Kind ja nicht mit ins Bett zu nehmen? Ach ja, das Totschlagargument: „Du kriegst das Kind NIEMALS(!!!) wieder raus!“ Da beschleicht einen dann die Vorstellung, dass der Junior, knapp dreißigjährig und mit Vollbart selig zwischen den Eltern schlummert. Das allerdings jagt auch mir einen Schauer über den Rücken. Aber mal ehrlich: Wo gibt es junge Männer, die aus dem Bett der Mama in das Bett der Freundin wechseln? Das ist mir noch nie begegnet! ALLE kleinen Jungs sind irgendwann so groß, dass sie allein schlafen WOLLEN!

Wir müssen allerdings auch nicht abwarten, bis das Kind das will, denn wenn es der Mama zu viel wird mit dem ständigen nächtlichen Besuch, dann hat sie Mittel und Wege, dem Kind das eigene Bett und das eigene Zimmer schmackhaft zu machen. Meist passiert das gegen Ende oder nach dem Ende der Stillzeit. Wichtig ist dafür, dass man Bescheid weiß, wie kindliche Schlafmuster ablaufen und was ich meinem Kind im entsprechenden Alter zumuten kann. Das heißt, dass ein Kind noch einige Jahre Hilfe beim Einschlafen benötigt. Diese Hilfe kann ich einem Kind aber auch im eigenen Bett auf vielerlei verschiedene Weise geben.

Also: Habt keine Angst davor, euer Kind mit in eurem Bett schlafen zu lassen. Das ist nun mal der sicherste und beste Schlafplatz für so ein Kleines. (vorausgesetzt die Eltern rauchen nicht und sind nicht etwa durch Alkohol- oder Drogenkonsum in ihrer Wahrnehmung eingeschränkt und das Bett hat eine glatte, feste Matratze ohne Ritze.) Wir sind also angeregt, den Platz im Bett der Eltern dem Kind nicht zu verbieten, sondern sicher zu machen. Dann steht einer ruhigen, erholsamen Nacht nichts mehr entgegen.

One thought on “Wenn du das Baby einmal mit in dein Bett nimmst…”

  1. Unser Sohn schlief bis 2 1/2 mit in unserem Ehebett und ich bekam dieses (den bekommst du nie wieder raus) auch oft zuhören. Danach schlief er in seinem Bettchen direkt neben meinem und kam auch noch jede Nacht mal in mein Bett. Zum 4. Geburtstag bekam er ein eigenes Zimmer eingerichtet mit einem tollen Bett als „Laster“. Seit dem schläft er durch und kam (außer in ganz seltenen Krankheitstagen) nicht mehr in mein Bett!!

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