Wenn frische Milch im Magen auf halb angedaute Milch trifft…

…dann ist das bei voll gestillten Kinder völlig ungefährlich.

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Sehr oft begegnet mir bei jungen Müttern die Sorge, dass man sein Baby nicht zu oft stillen dürfe, sondern immer mindestens zwei Stunden Pause zwischen zwei Stillmahlzeiten lassen müsse, damit der Magen leer sei, bevor wieder neue Milch da hinein gelangt. Diese Mütter befürchten, dass ihr Kind sonst böse Blähungen bekommen könne und wer will das schon?!

Dabei ist diese Aussage VÖLLIG FALSCH.

Muttermilch ist für kleine Menschenkinder gemacht und völlig auf deren Bedürfnisse angepasst. Muttermilch ist sehr leicht verdaulich. Oft ist nach schon einer Stunde der Magen wieder leer und das Kindlein wieder hungrig. Aber auch, wenn sich noch Reste der vorherigen Mahlzeit im Magen befinden, ist es kein Problem, noch ein Schlückchen da obendrauf zu genießen.

Stellt euch vor, ihr wärt die ersten Menschen auf der Welt und habt ein Baby bekommen. Das Baby sucht kurz nach der Geburt die Brust. Wenn man sie lässt, finden die meisten Kinder die Brust selbst. Und dann signalisiert das Baby der Mama jedesmal wenn es trinken möchte, dass diese ihm bitte die Brust geben soll. Und dann wird eine Mutter, die nicht von diversen Ratgebern verunsichert wurde, ihrem Kind immer wieder das Beste geben, was sie für das Kleine hat, nämlich: Ihre Brust und ihre Milch. Denn die ersten Menschen hatten weder Uhren – um zu kontrollieren wann das Kind das letzte Mal getrunken hat – noch dicke Bücher über Säuglingspflege und Stillen. Sie hatten nur ihren Mutterinstinkt und den siebten Sinn für ihre Kinder, den Gott jeder Mutter zu einem neuen Kind dazu gibt.

So einfach ist das!

Wenn wir allerdings unserem Kind die Flasche mit einer Nahrung, angerührt aus Milchpulver, füttern, dann ist das etwas anders. Formularnahrung, die hier gängigste Babynahrung für Babys, die nicht gestillt werden, ist aus Kuhmilch hergestellt. Kuhmilch ist aber nun mal Milch, die am Besten kleinen Kühen bekommt, die auf deren Bedürfnisse eingerichtet ist. Wenn wir solche Milch kleinen Menschen füttern, sei sie auch noch so gut aufbereitet, dann ist diese Milch nicht so gut verdaulich für kleine Menschenbabys. Deswegen müssen wir einige Verhaltensregeln beachten, damit dem Baby diese Milch auch bekommt. Für Flaschenkinder mag also dieser Hinweis sinnvoll sein, die Milch erst völlig zu verdauen, bevor neue Milch gegeben wird. Unsere Stillkinder hingegen dürfen und sollen wir an die Brust nehmen, so oft diese es mögen – und sei das 24 Mal innerhalb von 24 Stunden. Kein Problem!

In diesem Sinne: Lasst euch nicht verunsichern, sondern vertraut dem Bauchgefühl, was ihr als Mama für die Bedürfnisse eurer Kinder habt! Stillt fröhlich, so oft ihr könnt und so lange ihr könnt! Irgendwann geht diese enge Beziehung zu Ende. Also genießt sie, so lange ihr sie habt, in vollen Zügen!

Eure Mechthild