Licht in Sicht

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Jesaja 9, 1 -6
1 Das Volk, das im Finstern lebt, sieht ein großes Licht; hell strahlt es auf über denen, die ohne Hoffnung sind. 
2 Du, Herr … schenkst ihnen überströmende Freude…
5 Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn „Wunderbarer Ratgeber“, „Starker Gott“, „Ewiger Vater“, „Friedensfürst“. 
6 Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen. … (nach HfA)

Manchmal wenn ich Nachrichten höre, denke ich, dass wir das Volk sind, was auf Dunkelheit zusteuert. Wenn man das alles so hört: Die Anschläge des IS, weltweite Angst und die vielen Flüchtlinge, die hier täglich ankommen und integriert werden sollen…
Das macht mir Angst.
Und in diese Angst hinein lese ich die Weihnachtsbotschaft:
Gott schenkt uns überströmende Freude mit diesem ganz speziellen Weihnachtsgeschenk.
Uns ist ein Kind geboren! Wenn das mal nicht eine gute Nachricht ist! Für mich persönlich ist das dieses Jahr wieder so ganz real, haben wir doch eben erst einen kleinen Enkelsohn bekommen. So ein kleines Kind ist einfach einmalig! Ein Stück Himmel hier auf der Erde! Ich durfte selber sechs Mal einem solchen Kind das Leben schenken und es fasziniert mich immer wieder von Neuem. So ein kleiner, zarter Mensch. Alles dran und alles so mini! Und wir als Eltern dürfen dieses Kind prägen und erziehen. Es wird uns anvertraut! Ist das nicht großartig?

Zu Weihnachten erinnern wir uns an die Geburt eines ganz besonderen Kindes. Für unsere Kinder hoffen wir, dass aus ihnen einmal „etwas wird“, dass sie eine gute Zukunft haben. Die Zukunft dieses vor mehr als 2000 Jahren zu Weihnachten geborenen Kindes stand schon vor dessen Geburt fest und hat noch heute ganz viel Einfluss auf die gesamte Menschheit und damit auf dich und mich. Dieses Kind wurde für mich geboren, damit mein Leben hier leichter und schöner wird. Und für dich!

Eltern haben das Vorrecht, ihrem Kind einen Namen zu geben. Und wir suchen für unsere Kinder Namen aus, die uns gefallen, die etwas aussagen sollen. „Nomen est Omen“ heißt es. Namen haben eine Bedeutung. Dieses Kind in der Krippe bekommt die Namen: 

Wunderbarer Ratgeber
Starker Gott
Ewiger Vater
Friedefürst
Da haben wir zuerst den Wunderbaren Ratgeber. Wer braucht den nicht? Wie oft hätten wir gern einen wirklich guten Rat um richtige, gute Entscheidungen zu treffen!
Viele Ratgeber raten so, wie es für sie selbst am Besten ist. Sie möchten uns dahin bringen, dass wir das kaufen, was ihnen Profit bringt. Andere Ratgeber raten mir, das zu tun, was ihnen einmal geholfen hat. Ob mir das auch hilft? Oft ist das nicht sicher.
Dieses Kind in der Krippe gibt mir wirklich guten Rat, es kennt mein Leben, sieht mit seiner großen Weisheit da hinein und gibt mir einen Rat, der wirklich der richtige für mich ist, der mich weiter bringt. Ich bin so froh, dass ich diesen Ratgeber um Rat fragen kann wenn Guter Rat teuer ist.

Das Kind in der Krippe heißt auch „Starker Gott“.
Wenn ich jemandem vertrauen, mich ihm und seinem Rat anvertrauen soll, dann muss der stärker sein als ich. Was ich kann, weiß ich. Und hoffentlich auch das, was ich nicht kann. Ich kann mir oft selbst helfen. Aber was ist in den Situationen, wo ich schwach bin? An Stellen, wo mich die Angst in ihren Klauen hält? Da bin ich froh, einen starken Gott zu kennen, der mich schützt, der mein Leben in der Hand hält.
Starke Menschen sind manchmal auch Despoten. Wer über andere bestimmen kann, stärker ist als sie, der hat auch Macht über diese Menschen. Mancher hat Angst davor, dass dieser starke Gott ihn auch fremd bestimmen und ausnutzen könnte wenn er sich ihm anvertraut. Aber genau deswegen heißt das Kind auch:

Ewiger Vater. Ich weiß, so Mancher verbindet mit dem Begriff „Vater“ nicht ausnahmslos gute Gefühle. Unsere Väter waren alle Menschen und haben es mit uns oft zwar gut gemeint, aber nicht immer gut gemacht. Ganz zu schweigen von solchen Vätern, die es nicht mal gut gemeint haben. Genau deswegen brauche ich diesen ewigen Vater. Er ist ein Vater, wie man ihn sich nur wünscht. Einer, dem das Wohlbefinden seines Kindes ganz sehr am Herzen liegt. Ein Vater, der seinem Kind alles das schenkt, was es braucht. (Das ist nicht immer das, was das Kind will, versteht sich, aber das, was wirklich richtig gut für das Kind ist.)

Und nicht zuletzt nennt man dieses Kind den Friedefürst. Er will und wird Friede bringen. Wenn ich dieses Kind in mein Herz hinein lasse, dann schenkt es mir in all meine Unruhe und Besorgnis einen tiefen Frieden. Eine ZuFRIEDENheit, die mich erfüllt. Dieser Frieden wird dann auch ausstrahlen in meine Partnerschaft, in meine Familie, Verwandtschaft und von da auch auf meine Nachbarschaft. Und wenn dieser Frieden immer weiter wächst, dann dehnt er sich irgendwann auf die ganze Stadt, das ganze Land und die ganze Erde aus. Aber wir müssen bei uns anfangen. So wie ein Kind als kleines Kind geboren wird und dann wächst, so muss ich diesen Frieden, den Friedefürst in mich hinein lassen. Dann kann er in mir wachsen und nach außen strahlen.

Das Angebot steht: Gott schenkt uns seinen Sohn, das Beste was er hat, damit wir seinen guten Rat erfragen, uns in seinen Schutz stellen, seine Liebe und Fürsorge genießen und mit uns und unseren Mitmenschen in Frieden leben können. Wir brauchen eigentlich nur noch zugreifen und uns jeden Tag wieder bewusst machen, dass wir ein so großes Weihnachtsgeschenk bekommen haben.