Die Angst vor dem Terror

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Gestern saßen sicher viele von Euch, genau wie meine Familie und ich vor dem Fernseher und verfolgten mit Entsetzen, was da in Paris geschehen ist. 

Warum nimmt uns dieses Geschehen so sehr mit?  Wenn in der dritten Welt täglich hunderte von Menschen verhungern, in Israel ständig solche Anschläge an der Tagesordnung sind oder aber in Syrien jeden Tag und an vielen Orten gleichzeitig solche schlimmen Ereignisse passieren, dann ist das weit weg. Es betrifft uns nicht. Wie oft sehen wir schlimme Bilder über die Bildschirme flimmern. Aber es berührt uns nicht alles so sehr. Warum nun nimmt uns das, was da in Paris passiert ist, so sehr mit?

Es berührt uns so, weil es uns so nahe kommt. Es geschehen solche schlimmen Dinge mitten in Europa. Sozusagen direkt vor unserer Haustür. Und die Polizei ist zwar vor Ort – wie im Stadion von Paris, aber sie kann es nicht verhindern. Die Geheimdienste sind ständig auf der Suche nach Verdächtigen, sie decken vieles schon im Vorfeld auf, aber sie können solche Taten nicht sämtlich verhindern. Wir schützen unser Leben und unsere Gesundheit indem wir zu Vorsorgeuntersuchungen gehen und uns gesund ernähren, aber solch einem gewaltsamen Tod können wir damit auch nicht entgehen. Genau genommen, können wir dem Tod überhaupt nicht entgehen!

Das macht uns Angst! Und Angst ist genau das, was die Terroristen verbreiten wollen. Sie wollen uns sagen: „Ihr seid NIRGENDS vor uns sicher! Wir kriegen euch! Ob ihr euch der Kultur widmet und zu einem Konzert geht, ob ihr schön miteinander essen gehen wollt, ob ihr euch ein Freundschaftsspiel ansehen wollt – egal wer ihr seid und wo ihr euch aufhaltet – wir kriegen euch und wir verbreiten Angst und Schrecken!“

Das heißt für uns: Wir sind nirgends mehr wirklich sicher! Egal wie viel Polizei wir aufstellen, egal wie wir uns mühen, es könnte Morgen schon uns treffen. Deswegen bewegt uns so sehr, was da in Paris geschehen ist.

Es kratzt an unserer persönlichen Sicherheit. Das macht uns Angst!

Und in all dieser Angst sind wir, du und ich, machtlos. Wir können weder die Politik beeinflussen, noch die kranken Hirne dieser Terroristen. Wir können nichts tun, was diesen Wahnsinn aufhalten würde. Das ist das Schlimmste, einem Schrecken hilflos ausgeliefert zu sein.

An dieser Stelle bin ich immer wieder froh, dass ich Christ bin, dass ich Jesus kenne. Er sagt in seinem Wort (Johannes 16,33):“ In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ Es ist nichts Neues, dass wir Angst haben. Neu ist nur, dass wir sie diesmal nicht so leicht abtun und ausblenden können. Die Angst gehört zu unserem Leben dazu. Und in Situationen, wo wir sie nicht mehr ausblenden können, uns ihr stellen müssen, sagt Jesus zu uns: „Seid getrost!“

Ich darf mein Leben trotz der Angst und trotz der Bedrohung mutig angehen, denn ich habe einen Vater im Himmel, der mein Leben in der Hand hält. Er hat schon bevor ich geboren wurde bestimmt, wann mein Leben beginnen und wann es enden soll. Dass mein Leben einmal enden wird, ist sicher. Ich weiß nur noch nicht, wann. Aber ich weiß, dass mein Schicksal in der Hand meines liebevollen Vaters im Himmel liegt. Er wird mir nicht mehr zumuten, als ich tragen kann. Ihm darf ich vertrauen, dass er mich bewahrt und mein Leben in seiner Hand gut aufgehoben ist. Und er ist stärker als alle Polizisten miteinander und auch stärker als jeder Terror. Das finde ich total tröstlich!

In diesem Wissen darf ich nun losgehen und überall dort Gutes tun, wo es nötig gebraucht wird. Ich darf und soll helfen, das Leid anderer Menschen zu lindern, Mitgefühl ausdrücken und trotzdem getrost sein, da ich weiß, dass ich und alle meine Lieben, ja alle Menschen erst sterben werden, wenn mein Vater im Himmel sein „ja“ dazu gibt.

Und ich darf und soll mich darauf vorbereiten, dass ich irgendwann abgerufen werde. In der Kirche beten wir: „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben werden!“ Es ist sicher, dass ich einmal gehen muss. Da wäre es doch wirklich klug, sich damit zu beschäftigen, wo ich dann hingehen werde. Wenn ich in den Urlaub fahre, dann mache ich mich ja auch kundig, ich hole alle Infos ein, die ich über diesen Ort bekommen kann. Dabei ist das ja nur für ein paar Tage. Wenn ich gehe um nicht mehr zurück zu kommen, dann sollte ich doch noch viel mehr gerüstet sein und mich informieren, was mich dann erwartet!

Was die Bibel über den Ort zu sagen weiß, wo ich hingehen werde wenn ich hier für immer Abschied nehmen muss, ist sehr vielversprechend. Das kann einem schon die Angst nehmen. Und den Weg dahin zeigt die Bibel auch auf. Auch deswegen bin ich dankbar, die Bibel zu kennen.

In diesem Sinne, lasst uns die Zeit, die wir hier haben gut nutzen und lasst uns danach gut vorbereitet gehen!