Paul Noah

 

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Vor einiger Zeit lernte ich in meiner Tätigkeit als Stillberaterin die Mama von Paul Noah kennen, schon als sie mit ihm schwanger war. Der kleine Mann bescherte seiner Mama eine zwar anstrengende (wie auch anders?) aber sehr schöne Spontangeburt.

Wahrscheinlich reichte aber seine Kraft nur für die Geburt, denn er entschied sich kurz nach seiner Ankunft hier auf der Welt, diese ganz heimlich, still und leise wieder zu verlassen. Keiner weiß, warum. Sämtliche intensivmedizinischen Eingriffe konnten ihn nicht wirklich zurück holen. Er hatte beschlossen, gleich wieder in den Himmel zu gehen und seiner Mama von dort oben aus nahe sein zu wollen.

Das ist für ihn vielleicht ganz nett. Ich meine, wenn das so stimmt, wie man es in der Bibel liest, dann ist der Himmel ein wunderschöner Ort, an dem es weder Schmerzen noch Tränen gibt und wo es einem solchen kleinen Menschlein sicher richtig gut geht und es nichts vermisst.

Aber eine Mama kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass es ihrem Kindlein irgendwo besser gehen könnte, als in ihrem Arm. Und eine Mama wünscht sich, mit ihrem Kind zu erleben wie es aufwächst. Eine Mama wünscht sich nichts sehnlicher, als ihr eigenes Kind im Arm zu halten und zu herzen.

Das alles bleibt der Mama von Paul Noah nun verwehrt. In solch einer traurigen Situation gibt es keine Worte, die eine verwaiste Mama trösten könnten. Untröstlich, ist die richtige Vokabel dafür. Was ihr bleibt, ist die Erinnerung an die neun Monate mit ihrem Kind im Bauch, an die Geburt und die wenigen Stunden danach. Vielleicht noch einige wenige Fotos, die Geburtsurkunde und einige Dinge, die mit dem Kind in Verbindung stehen und ein kleines Kindergrab. Aber das ist nicht viel. Deswegen bot ich ihr an, ihr eine Puppe nach ihren Vorgaben zu stricken, als Erinnerung an ihren kleinen Sohn.

Und ihr könnt mir glauben, in jede Masche, die ich an dieser Puppe gestrickt habe, habe ich viele gute Gedanken und Gebete für die Mama des kleinen Paul Noah eingestrickt. Und dann habe ich ihr dieses Püppchen als Erinnerungsstück geschenkt – und damit ein Lächeln auf ihr Gesicht zaubern können. Das hat mich selbst ganz froh gemacht.